Parkinson-Syndrome

Parkinson-Syndrome:

Die Diagnose Parkinson ist nicht nur durch das fehlende bildgebende Verfahren schwierig. Es gibt nicht nur eine Parkinson-Erkrankung. Parkinson kann viele Gesichter haben. Parkinson wird daher in unterschiedliche Syndrome unterteilt. Das kann sehr verwirrend sein.

 

Parkinson wird unterteilt in:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom oder auch Morbus Parkinson
  • Sekundäre Parkinson-Syndrome
  • Atypische Parkinson-Syndrome

 

Idiopathisches Parkinson-Syndrom oder auch Morbus Parkinson

Idiopathisch bedeutet, dass die Ursache des Parkinson-Syndroms unbekannt ist. Das Idiopathische Parkinson-Syndrom oder auch Morbus Parkinson ist die am häufigsten auftretende Form. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Bei Morbus Parkinson ist das Voranschreiten der Erkrankung in der Regel langsam. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist nur um einige Monate verkürzt und die Symptome sind vor allem in den Anfangsphasen gut mit Medikamenten wie L-Dopa oder Dopominagonisten zu beherrschen. Eine gute medikamentöse Einstellung ist sehr wichtig.

 

Sekundäre Parkinson-Syndrome

Einige Erkrankungen können Symptome zeigen, die Parkinson ähneln. In solchen Fällen spricht man vom sekundären Parkinson-Syndrom.

 

Ursachen für ein sekundäres Parkinson-Syndrom können sein:

  • Medikamente (siehe Nebenwirkungen im Beipackzettel)
  • Gifte
  • Hirntumore
  • Hirnverletzungen nach Unfällen oder Schlaganfällen
  • Stoffwechsel-Erkrankungen (z. B. Morbus Wilson)

 

Atypische Parkinson-Syndrome

Beim atypischen Parkinson-Syndrom sterben ebenfalls Nervenzellen im Gehirn ab. Zu den typischen Parkinson-Symptomen kommen aber noch weitere hinzu.

 

Atypischen Parkinson-Syndrome sind:

  • progressive supranukleäre Blickparese (PSP)
  • Multisystematrophie (MSA)
  • Kortikobasale Degeneration
  • Lewy-Body-Demenz

 

Die Verläufe des atypischen Parkinson-Syndroms unterscheiden sich von Morbus Parkinson. Das Ansprechen auf Anti-Parkinson-Medikamente ist eingeschränkt oder fehlt. Teilweise findet die kognitive Verschlechterung bereits in einem frühen Stadium statt, sodass weniger Optionen als bei Morbus Parkinson zur Verfügung stehen. Kognitive Bewegungsstrategien oder bewusste Veränderungen des Lebensstils sind des Öfteren nur eingeschränkt nutzbar.

 

Anzeichen, dass es sich möglicherweise nicht um Morbus Parkinson handelt, sind:

  • ein symmetrischer Beginn der Beeinträchtigungen
  • Stürze innerhalb des ersten Jahres
  • kein Ansprechen auf Levodopa
  • Freezing in den ersten drei Jahren
  • Halluzinationen unabhängig von den Medikamenten
  • Demenz vor dem Auftreten von motorischen Symptomen im ersten Jahr
  • Supranukleäre Blickparese
  • ausgeprägte vegetative Störungen